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Für meine Landtagsfraktion habe ich gerne die Funktion des jugendpolitischen Sprechers übernommen, da meine ersten politischen Wurzeln in meiner Jugendzeit liegen. Stark geprägt hat mich mein damaliger Kampf mit Freunden für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in meiner Heimatstadt Radolfzell, der Mitarbeit in der IG-Metall Jugend und mein Engagement als Berater für Kriegsdienstverweiger während meinder Zivildienstzeit. So setzte ich mich auch heute noch insbesondere für die Themen Mitbestimmung der Jugendlichen, Jugendarbeitsschutz, Jugendarmut, Jugendmedienschutz sowie eine zukunftsweisende Reform der Beruflichen Bildung und die Stärkung der Rahmenbedingungen der offene und verbandlichen Jugendarbeit ein.

Soziale und ethnische Herkunft entscheiden viel zu oft über die Zukunftschancen. Es ist keinesfalls hinnehmbar, dass Jugendliche aus armen und sozial schwierigen Lebensverhältnissen zunehmend ins Abseits geraten. Wir brauchen daher endlich wieder eine Politik für Jugendliche, die Armut und Bildungsbenachteiligung bekämpft. Es ist Kernaufgabe von Politik und Gesellschaft, allen Jugendlichen soziale, kulturelle, politische und ökonomische Teilhabechancen zu eröffnen. Verantwortliche Jugendpolitik muss zudem Antworten geben auf neue drängende Herausforderungen wie Demografie, Einwanderung und Klimawandel, von denen vor allem junge und künftige Generationen betroffen sind. Jugendpolitik muss somit als echte Querschnittsaufgabe umgesetzt werden. Es braucht eigenständige, ganzheitliche und an den Lebensrealitäten orientierte Politikansätze für die Belange Jugendlicher.

Jugend braucht Bildung und Ausbildung

Bündnis 90/ Die Grünen wollen Bildungsarmut verhindern und ungleiche Chancen ausgleichen. Damit müssen wir früh anfangen. Wir stellen das einzelne Kind und den einzelnen Jugendlichen mit seinen Fähigkeiten und seinen Interessen in den Mittelpunkt. Individuelle Förderung ist einer der wichtigsten Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit.
Das Schulsystem in Baden-Württemberg ist ungerecht: Kinder aus sozial schwächeren oder Migrantenfamilien haben bei gleichen Fähigkeiten eine viel geringere Chance auf eine Gymnasialempfehlung als ihre MitschülerInnen. Das Schulsystem in unserem Bundesland vergeudet damit systematisch Potenziale: Die Hauptschule ist zu einer Sackgasse geworden, in Förderschulen finden sich vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien wieder. Wir brauchen Schulen, die bessere Leistungen in der Breite und der Spitze fördern statt Kinder „auszusortieren“.
Jugendliche brauchen ausreichend qualifizierte Ausbildungsstellen und eine freie Berufswahl, damit sie eigene Perspektiven entwickeln und auf eigenen Beinen stehen können. Der Staat trägt eine Verantwortung, Arbeitsplätze und gerechte Löhne zu sichern sowie Jugendlichen eine Perspektive nach Ausbildung und Studium zu bieten.
Das System der beruflichen Bildung in Baden-Württemberg sieht sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert; zu viele Jugendliche bleiben auf der Strecke. Trotz nicht geringer Kosten leistet das berufliche Bildungssystem nicht, was von ihm erwartet wird: alle Jugendlichen einem qualifizierten Ausbildungsabschluss zuzuführen. Es muss daher auf eine neue Grundlage gestellt werden. Lesen Sie unter dem Stichwort Berufliche Bildung mehr dazu.

Jugendliche brauchen wirksame Mitbestimmung

Auch Jugendliche sind Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Ihnen darf nicht weiter die Möglichkeit zur wirksamen und direkten Einflussnahme zu verwehrt werden. Bereits jetzt nehmen viele Heranwachsende am gesellschaftlichen Leben teil, indem sie sich aktiv für die Gesellschaft engagieren und an Entscheidungen partizipieren – z.B. in Vereinen, Verbänden und Initiativen. Den Parteien und politischen Prozessen begegnen sie jedoch häufig mit Misstrauen. Es ist Aufgabe der Politik, Vertrauen in die politischen Entscheidungsprozesse zurück zu gewinnen. Die politische Bildung muss im Zuge einer Beteiligungsoffensive verstärkt werden.
Dies geht nur mit einer nachhaltigen und strukturellen Stärkung der Mitwirkungsmöglichkeiten von jungen Menschen durch attraktive, dem Alter angemessene Angebote. Beteiligungsrechte sind ein zentraler Baustein für mehr Jugendfreundlichkeit und damit der nachhaltigen Sicherung einer funktionierenden Zivilgesellschaft. Die Erwachsenen müssen bereit sein, die Jugendlichen uneingeschränkt ernst nehmen und Entscheidungsmacht mit Jugendlichen zu teilen.
Durch echte Mitverantwortung wird das Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl von Jugendlichen gestärkt. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass gemeinsam mit Jugendlichen verbindliche Qualitätsstandards zur Jugendpartizipation geschaffen und wirksam umgesetzt werden. Notwendig sind hierbei die Offenheit für freiwillige, aktive Teilnahme, die Nähe zur Lebenswelt der Jugendlichen.
Die Beteiligungsrechte von Jugendlichen bei kommunalen Entscheidungsprozessen müssen durch Aufnahme entsprechender Verpflichtungen in die Gemeindeordnungen ausgebaut werden.
Beteiligung und demokratische Teilhabe von Jugendlichen drückt sich auch im Wahlrecht aus. Ich setze mich für die Absenkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre ein. Die Erweiterung von Wahlrechtsmöglichkeiten wäre für die Jugendlichen ein Gewinn für deren Selbstbestimmung und Teilhabechancen. Die Urteilskraft, Reife und Kompetenz für eine Wahlentscheidung bringen Jugendliche mit.

Starke Jugendliche durch Medienkompetenz

In der heutigen Wissensgesellschaft ist der Computer als Arbeits- ebenso wie als Kommunikationsmittel nicht mehr fortzudenken. Die heutigen Jugendlichen sind in dieses Zeitalter hineingewachsen - für sie gehört der Umgang mit dem Rechner zur alltäglichen Beschäftigung. Um die Jugendlichen im Umgang mit neuen Medien zu unterstützen, braucht es einer Stärkung der Medienkompetenz: Diese muss durch Medienpädagogik an den Schulen und in der Jugendhilfe ebenso institutionalisiert werden, wie durch Schulungen der Eltern. Auch die Themen "Sucht" und "Jugendschutz im Internet" dürfen hierbei nicht ausgespart werden. Für uns Grüne steht dabei im Vordergrund, dass jugendliche Computernutzer Unterstützung finden, anstatt zu Tätern kriminalisiert zu werden.

Jugendhilfe und Präventionsarbeit stärken

Menschen brauchen Sicherheit, vor allem Kinder und Jugendliche. Sie brauchen etwas zum Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf, Schutz vor Gewalt. Und sie brauchen auch finanzielle Sicherheit. In einer Gesellschaft, in der diese finanzielle Sicherheit vor allem durch Erwerbsarbeit entsteht, droht bei Verlust des Arbeitsplatzes in einem großen Teil der Bevölkerung Armut. Arbeitslosigkeit und Armut bedeuten meist, weniger in die Gesellschaft eingebunden zu sein.
Die Zahl derer, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, steigt. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. In vielen Haushalten reicht nicht einmal der Arbeitslohn für den Lebensunterhalt. Prekäre Beschäftigungssituationen nehmen in wirtschaftlich schlechten Zeiten zu. Arbeitsverträge werden häufig befristet, Leiharbeit wird ausgeweitet. Arbeit wird nicht angemessen bezahlt.
In dieser Situation kommen einer starken und leistungsfähigen Jugendhilfe, breiten Präventionsangeboten und gut ausgebauten Bildungsangeboten eine entscheidende Rolle bei der Wahrung der Zukunftschancen für Kinder- und Jugendlcihen zu. Die Grünen machen sich daher für ein flächendeckendes Angebot an Schulsozialarbeit stark. Durch Bildungsarbeit soll soziale Ausgrenzung verhindert werden, ein niedrigschwelliges Angebot für die Jugendlichen ist hierfür wesentliche Grundlage. Jugendhilfe als Präventionsaufgabe bedeutet für mich eine dauerhafte Unterstützung Jugendlicher, welche zuverlässliche finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung haben muss.

Ehrenamt und Freiwilligendienste

Ehrenamtliches Engagement bei Jugendlichen sollte gefördert werden. Daher setze ich mich für eine Novellierung des Jugendleitersonderurlaubsgesetzes ein, die das Ehrenamt in der Jugendarbeit attraktiv macht und nicht, wie der Entwurf der Landesregierung vorsieht, das Ehrenamt schwächt und hauptsächlich den vermeintlichen ökonomischen Interessen der Arbeitgeber Rechnung trägt.
Insgesamt ist es wichtig, den Jugendlichen mehr Chancen zur selbstbestimmten Gestaltung ihres Lebens geben. Ein Beispiel hierfür sind die Freiwilligendienste. Diese sind wichtige Einstiegsmöglichkeiten in eine engagierte Biographie, geben Orientierung in einer wichtigen Lebensphase und vermitteln soziale, ökologische und kulturelle Fähigkeiten. Deshalb wollen muss das Angebot an Freiwilligendienstplätzen mehr als verdoppelt und qualitativ weiter verbessert werden. Die Wehrpflicht ist dagegen ein Auslaufmodell, weil sie ungerecht und verteidigungspolitisch unnötig ist.

Die Rahmenbedingungen für Jugendarbeit verbessern

Die Förderung der offenen und verbandlichen Jugendarbeit ist eine wichtige Aufgabe des Landes, die eng mit der Demokratieförderung und auch der politische Bildung verbunden ist. Mit ihr wird ein unverzichtbarer Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe Jugendlicher sowie zur Stärkung und Nachwuchsgewinnung für unsere Demokratie geleistet. Programme zur kontinuierlichen Demokratie-Förderung bei Jugendlichen sind somit eine zwingende Notwendigkeit für den Fortbestand unserer Demokratie.
Als soziale und politische Lernorte trägt die offene und verbandliche Jugendarbeit entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung und zum informellen Lernen mit Gleichaltrigen bei. Jugendarbeit schafft und ermöglicht Jugendlichen unerlässliche und wertvolle Lern-, Experimentier- und Erfahrungsräume. Gesellschaft und Politik müssen die Angebote der Jugendarbeit daher als originäre Lernorte anerkennen, nicht nur als Orte der Freizeitgestaltung. Kinder und Jugendliche brauchen angesichts steigender Anforderungen des formalen Bildungssystems (u.a. G8-Schulzeitverkürzung, Ganztagsschule) auch zeitliche Freiräume, um weiterhin Angebote z. B. der Jugendverbände nutzen, sich selber darin engagieren und ihre Zeit eigenständig gestalten zu können.

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